IdentitĂ€t – Kernthema des 21. Jahrhunderts

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Wer wir sind und wer wir sein wollen.

In einer dynamischen und digitalisierten Welt.

IdentitĂ€t – Kernthema des 21. Jahrhunderts

Die Dynamik in unserer Welt nimmt zu. Branchen, MĂ€rkte, Trends, Innovationen, Berufe – alles wird schneller, komplexer, vernetzter, globaler und transparenter. Grenzen verwischen. VerĂ€nderungen sind Dauerzustand. Mitzuhalten wird fĂŒr viele Menschen und Unternehmen immer schwerer. Sie drohen, sich und den Halt in der Welt zu verlieren.

Nicht zuletzt deshalb sehen wir auch vielerorts Bestrebungen der Abgrenzung und einen fruchtbaren Boden fĂŒr Populismus. IdentitĂ€tsfindung erleben wir heute dann anhand Ă€ußerer und oft ererbter Kriterien wie NationalitĂ€t, Herkunft oder Religion. So, als hĂ€tten wir nichts gelernt in all den Jahren oder Jahrhunderten.

Dabei trĂ€gt jeder Mensch und jede Menschengruppe einzigartige Potentiale in sich, um einen wertschaffenden und wertstiftenden Beitrag auf dem kleinen Planeten zu leisten. Etwas, wonach es sich lohnt, in der IdentitĂ€tsfindung zu suchen. Vielfach ist dieses Potential nur unentdeckt oder verschĂŒttet worden, zum Beispiel in Schulsystemen, Glaubenssystemen oder durch einzelne schlechte Erfahrungen.

Ist das wahre Wesen eines Menschen oder einer Gemeinschaft erkannt, gibt es keinen Raum mehr fĂŒr die Erniedrigung anderer oder gar fĂŒr Selbst-Erhöhung. Denn ein echtes Selbst-Bewusstsein aus der eigenen IdentitĂ€t heraus sorgt fĂŒr Respekt und Augenhöhe – mit allen anderen.

Klarheit in der eigenen IdentitÀt setzt GestaltungskrÀfte frei

Klarheit in der eigenen IdentitĂ€t entfaltet große Wirkung sowohl bei Unternehmen als auch bei Personen. Die Entwicklung der eigenen IdentitĂ€t ist dann kein Zufallsprodukt mehr, sondern ein gezielter Prozess, der große KrĂ€fte freisetzt:

  1. SEIN: “Wer sind wir Heute?”
  2. WOLLEN: “Was treibt uns an?
  3. WIRKEN: “Was kommt durch uns in die Welt?
  4. WESEN: “Welche besonderen FĂ€higkeiten machen uns eigentlich aus?”
  5. WERDEN: “Was sind unsere Wurzeln und welches Bild aus der Zukunft leitet uns?”
  6. POTENTIAL: “Wer und wie werden wir sein, wenn unser ganzes Potential zur BlĂŒte kommt?
  7. GESTALTEN: “Wie können wir den wertvollsten Beitrag leisten: ökonomisch, gesellschaftlich und fĂŒr den Planeten?”
  8. ENTWICKELN: “Welchen Weg wollen wir gehen, um unser Potential bestmöglich zu entfesseln?”

Was ist denn eigentlich IdentitÀt?

IdentitĂ€t ist die Gesamtheit aller Wesensmerkmale, die einen Menschen oder eine Gemeinschaft – z.B. ein Unternehmen – kennzeichnen und von allen anderen unterscheidbar machen. Unsere IdentitĂ€t  gibt also Auskunft darĂŒber, wer wir sind – auf Basis unserer erkennbaren Einzigartigkeit.

Der Kern unseres Wesens als Mensch oder Unternehmen ist zumeist stabil und nur schwer verĂ€nderbar. Wir sind geworden, was wir sind, durch das, was wir erfahren, erleben und lernen durften. Aus diesem Wesenskern oder IdentitĂ€ts-Kern heraus bilden sich typische und eigene LebensĂ€ußerungen, Ausdrucksformen und Stilmerkmale.

Wir sehen einen Menschen oder ein Unternehmen meist dann als verlĂ€sslich und vertrauenswĂŒrdig an, wenn die sichtbaren LebensĂ€ußerungen ĂŒber eine gewisse Zeitdauer konsistent sind und wir so unterstellen können, dass sie im Einklang mit dem Inneren, dem IdentitĂ€ts-Kern stehen.

Dabei unterliegen die Formen des Ausdrucks im Laufe der Zeit natĂŒrlich VerĂ€nderungen: Insbesondere durch Internet, Social Media und die Vielfalt der technischen Möglichkeiten, braucht das Thema IdentitĂ€t heute eine andere SensibilitĂ€t und Aufmerksamkeit. Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag: Digitale IdentitĂ€t und das heikle Experiment mit der AuthentizitĂ€t. 

Der Kern der IdentitĂ€t Ă€ndert sich nur sehr selten. Und wenn, dann meist durch massive externe Einwirkung: zum Beispiel, wenn Menschen ihre Heimat verlieren, oder, wenn Unternehmens-IdentitĂ€ten in Fusionen untergehen. In solchen FĂ€llen haben wir es mit einem IdentitĂ€tsverlust oder einer IdentitĂ€tskrise zu tun.

IdentitĂ€tskrisen kennen wir auch von Menschen und Unternehmen, wenn sie sich vor oder in Phasen starker VerĂ€nderungen befinden. Die IdentitĂ€tsentwicklung zeigt dann einen Weg, bei dem der unverĂ€nderbare IdentitĂ€t-Kern als Anker fĂŒr einen gelungenen Transformations- oder VerĂ€nderungsprozess dient.

Wie viel man von seiner IdentitĂ€t in unserer digitalen und vernetzten Welt preisgibt und wie man trotzdem noch authentisch bleibt, ist eine Frage des IdentitĂ€ts-Managements.

GelÀufige IdentitÀtsbegriffe

Wir kennen ganz unterschiedliche Arten von IdentitÀtsbegriffen, so zum Beispiel:

  1. die landespezifische IdentitĂ€t, die sich in NationalitĂ€t, gemeinsamer Geschichte und meistens auch in der Sprache Ă€ußert.
  2. die regionale IdentitĂ€t, wie sie sich bspw. in BrĂ€uchen, Speisen und Dialekten zeigt.
  3. die IdentitĂ€t eines Volkes, die auch ĂŒber Landesgrenzen hinaus existieren kann – z.B. Friesen, Samen, Sorben etc.
  4. die familiĂ€re IdentitĂ€t, die sich zum Beispiel durch den gleichen Namen Ă€ußert, und die gerade in Familienunternehmen eine besondere Rolle spielt.
  5. die kulturelle IdentitÀt, die durch gemeinsame Verhaltens- und Interaktionsmuster zum Ausdruck kommt.
  6. die religiöse IdentitÀt, die durch gemeinsame SpiritualitÀt und Rituale bestimmt wird.
  7. die sexuelle IdentitĂ€t, ĂŒber die sich ein Mensch und seine sexuelle Orientierung definiert.
  8. die berufliche IdentitĂ€t, welche Aufschluss darĂŒber gibt, ob jemand Angestellter oder Unternehmer ist – und einem Berufsstand oder einer Zunft angehört.
  9. die Branchen-IdentitĂ€t, an der sich ablesen lĂ€sst, ob ein Unternehmen eine Bank, ein Fußballclub oder ein internationaler Chemiekonzern ist.

IdentitĂ€t entfaltet sich im „Raum dazwischen

Die Soziologie lehrt uns: IdentitĂ€t konstruiert sich ĂŒber Beziehung. In der Gesellschaft sind es die Beziehungen zwischen Mensch und Mensch, Staat und Mensch, Staat und Unternehmen usw. – in der Wirtschaft die zwischen Unternehmen und Kunde, Unternehmer und Unternehmen oder Mitarbeiter und Unternehmen.

So spiegeln wir uns immer in den anderen – und unsere Beziehungen sind die Spannungsfelder, in denen unsere IdentitĂ€t entsteht.

In der Praxis konnten wir genau das feststellen, dass sich IdentitĂ€t nicht an einem bestimmten Punkt formt, sondern immer „im Raum dazwischen“. Sie scheint zu oszillieren zwischen verschiedenen entgegengesetzten Polen. Sie entsteht in jedem Moment neu, und zwar aus einem Spannungsfeld heraus:

IdentitÀt entsteht im Raum zwischen:

Eigenheit –––– Fremdheit

Herkunft –––– Zukunft

Sinnstiftung â€“– Profit

Erhaltung –––– Wachstum

Innensicht ––– Außensicht

Herz –––––––– Verstand

Autonomie ––– Gemeinschaft

IdentitÀt ist lebendig und dynamisch

IdentitĂ€t ist auch nicht statisch. Sie hat zwar einen festen Kern, aber sie entfaltet ihre Lebendigkeit zwischen den oben gezeigten, entgegengesetzten und widersprĂŒchlichen Polen. Der Philosoph Hegel hat so passend dazu gesagt:

  • Etwas ist also lebendig, nur insofern es den Widerspruch in sich enthĂ€lt.«

    Hegel

Herkunft – Zukunft, dieses Spannungsfeld ist im Bezug auf IdentitĂ€t besonders hervorzuheben, denn es zielt ab auf das fundamentale Spannungsfeld von IdentitĂ€t: SEIN und WERDEN. Unsere  Gegenwart ist doch ein kaum greifbarer Augenblick. Denn im Abstand von etwa drei Sekunden gleichen wir mit unserem Verstand unser gegenwĂ€rtiges Erleben mit vergangenen Erfahrungen und auf die Zukunft gerichteten Erwartungen ab. Den roten Faden im eigenen Leben zu erkennen ist ein einfaches Beispiel fĂŒr das Potential, das in der Herkunftsbetrachtung liegt.

Deshalb sind wir ja auch einen Moment spĂ€ter schon ein anderer Mensch oder ein anderes Unternehmen: weil wir stĂ€ndig neue Erfahrungen machen. Nicht anders vom Wesen her, nicht mit einem anderen Kern – aber unsere IdentitĂ€t hat sich weiterentwickelt.

IdentitĂ€t ist also eher ein Prozess als ein Zustand. Sie ist ein dynamischer Prozess des WERDENS. Auch wenn es banal klingt: Vor dem Kontext der Entwicklung der eigenen IdentitĂ€t lohnt es sich, immer mal wieder inne zu halten, einen Tag zu pflĂŒcken, sich selbst zu erleben – und sich dabei als Mensch oder Unternehmen in diesem Prozess des WERDENS zu betrachten.

Der eigene Sinn stiftet IdentitÀt

Im Wesenskern eines Menschen oder Unternehmens tief verankert ist der Sinn der eigenen Existenz. Das bedeutet nicht, dass dieser Sinn transparent und klar ist, aber vorhanden ist er immer. Er arbeitet wie eine eigene Kraft.

Wenn zum Beispiel ein Mensch an seinem Lebenssinn vorbei lebt, wird er auf Dauer unzufrieden und krank werden. Es droht Burnout, das Erlöschen der Sinnflamme. Bei Unternehmen ist es ganz genau so. Der einzelne Mensch identifiziert sich mit einer Gemeinschaft, wenn diese durch einen Sinn gebildet wird, dem er sich anschließen kann.

Die Klarheit ĂŒber den eigenen Sinn ist deshalb wesentlich fĂŒr die IdentitĂ€t von Unternehmen als Wertschöpfungs-Gemeinschaften: Mitarbeiter oder Kunden identifizieren sich erst dann mit einem Unternehmen oder seinen Produkten, wenn sie die ökonomischen UND gesellschaftlichen BeitrĂ€ge als sinnvoll anerkennen. Andernfalls stellen Menschen frĂŒher oder spĂ€ter die Sinnfrage: Braucht der Planet das betreffende Unternehmen eigentlich noch 
?

Kennt ein Mensch oder ein Unternehmen seinen Sinn, ist dieser eine enorme Kraftquelle fĂŒr Lebendigkeit, Tatkraft und Wachstum.

IdentitĂ€t fĂŒhrt zu Potentialentfaltung

Die Freilegung des IdentitĂ€ts-Kerns geht mit großem Staunen einher. Heureka! â€“ der Mensch bzw. das Unternehmen erkennt sich selbst. IdentitĂ€t hebt die BeschrĂ€nkungen auf und jegliche Angst, sich ganz zu zeigen, verschwindet schlagartig, weil die eigene Großartigkeit annehmbar wird.

Dank dieser IdentitĂ€ts-Erkenntnis entsteht eine völlig neue Sicht auf das eigene Potential. Und das ist meist viel grĂ¶ĂŸer als gedacht! FĂŒr die UnternehmensfĂŒhrung wird Schritt fĂŒr Schritt sichtbarer, welche wahre GrĂ¶ĂŸe das Unternehmen erreichen kann. Der einzelne Mensch bekommt einen Blick dafĂŒr, welche Entwicklungsmöglichkeiten noch in ihm stecken.

  • Wer seine eigene IdentitĂ€t kennt, hat keine Angst mehr vor seinem Potential.«


    Christoph Wallrafen

In VerĂ€nderungsprozessen haben wir es immer wieder erlebt: Es ist so, dass viele Menschen und Unternehmen Angst haben, ihr wirkliches Potential zu sehen. Weil sie sich dann auf den Weg machen mĂŒssten, es zu entfalten. Der Prozess der IdentitĂ€tsentwicklung ist auch oft eine Ermutigung zum Angst haben, damit erkennbar wird, dass diese keine Macht oder Bedeutung hat.

Wer seine eigene IdentitĂ€t kennt, hat keine Angst mehr vor seinem Potential, dass sich fortan entfalten kann. Mit Leichtigkeit und Lust beginnt ein substantieller Entwicklungsprozess. Deshalb ist IdentitĂ€tsentwicklung so wirkungsvoll.

IdentitÀtsentwicklung mit Christoph Wallrafen

Gemeinsam mit unseren Kunden und Klienten entwickeln wir auf dem Fundament der IdentitĂ€t ein kraftvolles Zukunftsbild, klare Ziele und konkrete Strategien. Das macht große Freude. Und es bedeutet einen zeitgemĂ€ĂŸen Weg der Unternehmens- und Persönlichkeitsentwicklung. Denn auch der VerĂ€nderungsprozess ist bereits in der IdentitĂ€tsfindung verankert.

Wir bieten dazu folgende Leistungen an

Unsere Erfahrung aus vielfĂ€ltigen Projekten zeigt, dass es wesentlich effektiver ist, die IdentitĂ€tsfindung gemeinsam zu durchlaufen – und damit einen Bewusstseinssprung und einen fortdauernden Erkenntnisprozess auszulösen. Das sorgt fĂŒr eine hohe Zufriedenheit unserer Klienten.

Zum Schluss: IdentitÀt in 10 Kern-Thesen

  1. IdentitĂ€t gibt Menschen und Unternehmen Zugang zu ihrer Einzigartigkeit.
  2. In unserer vernetzten Welt befĂ€higt IdentitĂ€t zu AuthentizitĂ€t: Durch stimmiges Handeln entsteht Vertrauen.
  3. IdentitĂ€tsentwicklung schafft Zugang zur eigenen Zukunft, weil ein klares Bewusstsein fĂŒr Potentiale, Möglichkeiten und passende Ziele da ist.
  4. IdentitĂ€t ermöglicht eine kulturelle und Ă¶konomische Evolution in Unternehmen.
  5. IdentitĂ€t entfesselt KreativitĂ€t, Leistungsbereitschaft und Wertschöpfungskraft.
  6. IdentitĂ€t beflĂŒgelt Unternehmen zu Transformation und Change Management: Denn wenn ich weiß, wer ich bin, kann ich alles andere freudvoll gestalten.
  7. ZeitgemĂ€ĂŸes Leadership Development: IdentitĂ€t ist das Fundament fĂŒr konsequente und zugleich authentische Unternehmens- und MenschenfĂŒhrung .
  8. IdentitĂ€tsentwicklung ist ein wirkungsvoller und zeitgemĂ€ĂŸer Weg der Persönlichkeits- und Unternehmensentwicklung
  9. IdentitĂ€t stiftet Sinn, Freude und Lebendigkeit fĂŒr Menschen und Unternehmen
  10. In einer Welt der dynamischen VerÀnderung wird IdentitÀt zum Kernthema.